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St. Maria Himmelfahrt im Stadtteil Mühle

Die Mühlener Kirche feiert Geburtstag. Vor 150 Jahren (1853) wurde das Gotteshaus durch einen Dachreiter gekrönt. Der Bau des Türmchens setzte 1853 einen vorläufigen Schlusspunkt. Der Gottesdienst konnte beginnen. Die Mühlener Katholiken hatten allerdings die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Der Konflikt zwischen der nach Selbstständigkeit strebenden jungen Gemeinde und dem damaligen Oberstolberger Pfarrer Roland Ritzefeld eskalierte.

Die Türen des neuen Gotteshauses blieben geschlossen. Pfarrer Roland Ritzefeld, zu dessen Einflussbereich die Mühle gehörte, hatte andere Sorgen. Ihn beschäftigte die Erweiterung der Kirche St. Lucia auf dem Burgfelsen. Die Forderungen der Mühlener passten nicht in sein Konzept. Genützt hat der Widerstand nur wenig. 1860 wurde St. Maria-Himmelfahrt geweiht. Der heutige Bau ist das Ergebnis zahlreicher Erweiterungen. Durch die Zuwanderung weiterer Arbeitskräfte war das kapellenähnliche Gebäude zu klein geworden. In vier Etappen entstand ab 1874 ein neues gotisches Gotteshaus. Die alte Kirche wurde von einer größeren überbaut.

Der 1983 beim Bau der Heizung entdeckte Grundstein erinnert an die 100 Jahre zuvor erfolgte Erweiterung des Mittelschiffes. Der im Foyer aufbewahrte Block enthält einen Glaszylinder. Gefertigt wurde der Behälter, der einst eine Urkunde enthielt, in der benachbarten Jordanshütte.  Vollendet wurde das äußere Bild durch den Bau der beiden Türme. Um 1900 erhielt die Frontseite ihr heutiges Aussehen.

Das einst die Fassade zierende Chronogramm hat überlebt. Die rechteckige Steinplatte mit dem Text „Errichtet durch die Eintracht der Mühle“ befindet sich im Außenbereich des rechten Seitenschiffes. Die großen bunten Fenster, die unter anderem Abbildungen der Heiligen Petrus und Hubertus zeigen, entstanden Mitte der 50 er Jahre. Entworfen hat sie der Glaskünstler Johannes Beeck aus Hinsbeck. Angefertigt wurden die Glasmalerein bei der Firma Selbach in Köln.

Zu den Schmuckstücken der Kirche zählen der Kreuzweg im Nazarener Stil, die Marienskulptur und die Ausmalung der Seitenkapellen. Der Kreuzweg und die im Eingangsbereich liegenden Seitenkapellen wurden 1986 restauriert. Bei der Restaurierung entdeckte alte Farbreste dienten als Vorlage. Der ursprüngliche Zustand wurde wieder hergestellt.