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Die Pfarrkirche im Ortsteil Vicht

Der kleine Ort Vicht leistet sich zwei Sakralbauten: Die Johannes-Kapelle und die Pfarrkirche. Beide sind an der Eifelstraße gelegen. Was verschwenderisch wirkt, ist ein Zeugnis von Kontinuität.Die Johannes-Kapelle am Vichtbachufer ist die Urzelle des Religiösen Gemeindelebens. Gebaut wurde die Kapelle im Jahre 1672. Im 19. Jahrhundert erweitert, wurde sie 1912 überflüssig. Auf dem Platz an der gegenüberliegenden Straßenseite entstand eine neue, größere Kirche. Heute dient das kleine, aus heimischen Bruchsteinen erbaute Gotteshaus, als Friedhofskapelle.

Die Johannes-Kapelle ist ein Schmuckstück. Architektonisch bemerkenswert ist das Deckengewölbe. Die Stuckaturen auf den Gurtbögen sind eine Stiftung des Mitte des 18. Jahrhunderts in Vicht amtierenden Bergmeisters Johann Franz Eiffeler. An den Sponsor erinnert im Stil des Rokoko ausgeführtes Medaillon im Deckengewölbe.

Die 1992 eingebauten Fenster sind das Werk der Jülicher Glasmalerin Monika Rütten. Dargestellt sind Szenen aus dem Leben des Heiligen Johannes. Johannes der Täufer – dem beide Vichter Gotteshäuser geweiht sind – genoss in der Region große Verehrung.

Als Ausgangspunkt für den Johanneskult gilt die Reichsabtei Burtscheid (Aachen). Johannes, der Jesus mit Jordanwasser taufte, hat zahlreiche Aufgaben. Der Heilige ist unter anderem Patron der Hirten, Landwirte, Musiker, Schmiede und Maurer. Sein Festtag im Juni ist begleitet von vielfältigem Brauchtum.

Das Johannisfeuer erinnert an die vorchristliche Sonnenwendfeier und Johanniskraut soll Haus- und Stallbewohner vor Krankheiten, Blitz und Feuer schützen.

Zum Kirchenschatz des 1912 fertiggestellten Neubaues gehören sakrale Gegenstände, Taufstein, Fenster und Skulpturen. Die Glasmalereien sind verschiedenen Stilepochen zuzuordnen. Die vom Renaissancestil beeinflussten Lichtspender in den Seitenschiffen sind mit Szenen aus dem Leben Jesu und den Evangelien geschmückt.

Ins Auge fällt ein 1918 gestiftetes Fensterbild. Die Kleidung der opfernden Witwe trägt die Attribute der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. Die 1955 als Ornamente ausgeführten Chorfenster stammen von Walter Benner.

Ältestes Ausstattungsstück ist der Taufstein von 1694. Er stand in der alten Kirche, der heutigen Johannes-Kapelle. Die neugotische Kirche aus dem zweiten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts ist asymmetrisch angelegt. Architektonisch reizvoll wirkt die Anordnung von Hauptschiff, Seitenkapellen und Turm.

Als Vichter Kapellchen wird der Bildstock an der Leuwstraße bezeichnet. Die barocke Holzfigur – eine Darstellung des heiligen Johannes Nepumuk – stammt aus dem 18. Jahrhundert. Johannes Nepomuk beschützt die Brücken. Der Heilige, der 1393 in der Moldau ertränkt wurde, wird bei Wassergefahren zur Hilfe gerufen.

Von Hochwasserkatastrophen wurde Vicht Mitte des 18. Jahrhunderts heimgesucht, aber bis in jüngste Zeit kommt es vor, das sich die Vicht im gleichnamigen Ort sehr zum Ärger seiner Bowohner „umsieht“. Dann ist es meist zu spät, den heiligen Johannes Nepomuck anzurufen.